Tipps und Tricks: Pflanzen gegen Mücken

Es ist ein lauer Sommerabend. Der Sonnenuntergang ist schon nah und taucht den Himmel in herrliche Farben. Man sitzt auf der Gartenveranda, vor sich ein Glas Wein – und hört plötzlich dieses fiese Summen. Mücken im Anflug!

Die blutgierigen Stechinsekten dürften auch den gutmütigsten Charakter zur Weißglut treiben, vor allem wenn sie im Trupp auftreten. Doch vor dem Griff zum Insektenspray oder einer elektrischen Falle sollten Gartenbesitzerinnen und -besitzer innehalten. Denn gerade sie haben eine Menge Alternativen gegen die Biester:

So gibt es eine ganze Reihe an effektiven „Anti-Mücken-Gewächsen“. Ihr Geheimnis sind ätherische Öle, die menschliche Gerüche derart überdecken, dass man für die olfaktorisch operierenden Insekten quasi „unsichtbar“ wird. So manche Pflanze wiederum verströmt Düfte, die Mücken als unangenehm empfinden, so dass sie von vornherein das Weite suchen.

Einer dieser pflanzlichen „Schutzschilde“ ist der Walnußbaum. Als Gehölz hilft er viele Jahre gegen Mücken, weswegen er früher auf nahezu jedem Bauernhof zu finden war, um auch Fliegen und Bremsen auf Distanz zu halten.

Wer es erst einmal eine Nummer kleiner angehen will, hat ebenfalls viele Möglichkeiten. Hier wäre Katzenminze zu nennen, zudem Ringelblumen, Tagetes oder Duftpelargonien, die zudem allesamt hübsch anzuschauen sind. Tomaten und Basilikum sowie Rosmarin und Zitronenmelisse verschrecken die Blutsauger ebenfalls sehr wirkungsvoll – und haben zudem den Vorteil, dass man sie kulinarisch nutzen kann.

Je nachdem, wo der Lieblingsplatz im eigenen Garten ist, ließe sich also eine Art „Schutzwall“ in Form entsprechender Beete anlegen. Mittels bepflanzter Blumenkästen und Töpfe kann man Standorte auch „modular“ bestücken sowie Fensterbretter oder Geländer von Veranden „aufrüsten“.

In jedem Fall hilfreich ist, auf mehrere Pflanzenarten zu setzen. Denn nicht jeder Standort ist für jede Pflanze geeignet, außerdem sind es mal die Blüten, mal die Blätter, deren Duft Mücken vertreibt – in Abhängigkeit von der jeweiligen Vegetationsphase kann der Schutz also mitunter nur wenige Wochen anhalten. Kalkuliert man dann noch mögliche Ausfälle durch Krankheiten oder Schädlinge ein, empfiehlt es sich erst recht, mehrgleisig zu fahren – zumal dies das Auge erfreut.

Und sollte trotz all dieser Maßnahmen doch mal eine Mücke zuschlagen: Im Garten gibt es mit der bereits genannten Zitronenmelisse, aber auch dem allgegenwärtigen Spitzwegerich wirkungsvolle Heilkräuter. Einfach ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben und damit die Stichstelle massieren – dank des Pflanzensafts wird der lästige Juckreiz unterdrückt.

In diesem Sinne, auf herrliche und möglichst „stichfreie“ Sommerabende im Garten!

Pflanze des Monats (07/18): Die Lilie

Große Blüten und satte Farben: Lilien verwöhnen in den (Früh-)Sommermonaten jedes Auge. Schon in der Bronzezeit waren die Menschen von den herrlichen Zwiebelgewächsen verzückt und verewigten sie in aufwändigen Malereien, auch die alten Römer und Griechen schätzten Lilien als Symbole der Reinheit und Fruchtbarkeit.

Heute sind mehr als 100 Arten bekannt, die sich im Laufe der Evolution vom Himalaya bis nach Japan, Nordamerika und den Kaukasus ausgebreitet haben. Aufgrund ihrer Schönheit sind sie nicht nur an Naturstandorten, sondern auch in jedem Ziergarten ein echter Hingucker. Die unzähligen Züchtungen erblühen in diversen Weiß-, Rot-, Rosa-, Orange- oder Gelbtönen. Der Durchmesser mancher Blüten beträgt sieben, bei anderen stolze 25 Zentimeter. Es gibt sie einfarbig und mit Randzeichnung, gestreift oder gesprenkelt, mit mehr oder weniger süßlichem Duft. Kurzum: Die Vielfalt ist immens, so dass sich nahezu jede Gestaltungsidee umsetzen lässt.

Praktisch ist dabei, dass Lilien prinzipiell recht robust sind. Dennoch gilt es einige Basics zu beachten: Die Pflanzen mögen es feucht, reagieren aber recht empfindlich auf Staunässe. Durchlässige Böden oder eine Drainage sind also Pflicht. Zudem sollte ein sonniger Standort gewählt werden, denn die Blüten brauchen Licht und Wärme. Doch Obacht: Zugleich bekommen Lilien gern „kalte Füße“, was sich mit Mulch oder Bodendeckern wie Eisenkraut oder Storchschnabel bewerkstelligen lässt. Düngt man sie dann noch regelmäßig mit Kompost oder Hornspänen, sind sie rundum versorgt – übrigens auch im Topf.

Am besten pflanzt man Lilien im Herbst, auch die Zeit von Ende März bis Mai ist möglich. Abweichler sind die Madonnen-Lilie, für die sich nur der August eignet, und die Türkenbund-Lilie, die man im Herbst ausbringen sollte. Besonders zur Geltung kommen die Pflanzen in Gruppen, wobei es sich empfiehlt, die Pflanztermine über mehrere Wochen zu verteilen. Denn so kann man sich länger am Farbenspiel erfreuen, gehen die Lilien dadurch doch erst nach und nach in Blüte.

Je nach Sorte ist das von Mai bis September der Fall. Sind die Blüten verwelkt, sollte man sie entfernen, um die Lebenskraft der Pflanze zu erhalten. Kündigt sich die kalte Jahreszeit an, schneidet man Lilien bis auf den Boden zurück. Sie überwintern anschließend in ihren Zwiebeln, um im nächsten Frühling wieder auszutreiben.

Wir wünschen viel Freude beim Experimentieren und Variieren. Sollten Sie dabei Anregungen oder Hilfe brauchen – sprechen Sie uns gern an!

Tipps und Tricks: (Un-)Kraut für die Küche

Giersch, Löwenzahn oder Vogelmiere: Für meisten Gärtner sind diese Kräuter echte Nervensägen – weswegen wir vergangene Woche einige Tipps parat hatten, wie man sie loswerden kann. Sind Beete und Gehwege einmal von ihnen befreit, müssen die Kräuter aber nicht zwingend in den Grünabfall oder den Thermokomposter. Stattdessen sind sie echte Schätze für den eigenen Speiseplan.

So gehören Löwenzahn, Giersch, Vogelmiere, Sauerampfer oder Brennnesseln zu den rund 1.500 in Europa heimischen Wildkräutern, die Fachleute als essbar einstufen. Dabei sind sie echte Vitamin- und Mineralstoffbomben: Vogelmiere etwa enthält im Vergleich zu handelsüblichem Kopfsalat das Dreifache an Kalium und Magnesium sowie das Siebenfache an Eisen. Löwenzahn wiederum kommt auf das Siebenfache an Vitamin C und gar das Vierzigfache an Vitamin A.

Auch geschmacklich sind die oft so verdammten Plagegeister interessant: Giersch, ebenfalls sehr reich an Vitamin C, erinnert an eine erfrischende Mischung aus Petersilie und Möhre. Seine Knospen und junge Blätter lassen sich als Salat zubereiten, zudem eignet er sich als Spinatersatz. Auch mit jungem Löwenzahn, der chicorée-artig schmeckt, der mildwürzigen und erbsen- bis maisartigen Vogelmiere sowie Sauerampfer, Gänseblümchen und Beifuß lässt sich mancher Salat verfeinern, während getrocknete und gemahlene Brennessel-Blätter einen heilsamen Teeaufguss ergeben.

Letztlich sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt: Kräuteröle oder Gewürzsalze, Pestos oder Quarks, in Essig einlegte „Ersatz-Kapern“ oder Smoothies – es gibt unzählige Möglichkeiten. So mancher Sternekoch kredenzt gar Wachteleier auf Giersch-Spinat oder Löwenzahn-Tiramisu als Dessert. Spätestens hier wird deutlich: So manches Un- ist tatsächlich ein Gourmet-Kraut.

Hier ein paar Links zur Inspiration:

„10 Unkräuter, die man essen kann“ auf utopia.de

Löwenzahn-Rezepte auf chefkoch.de

Saisonale Wildkräuter-Rezepte vom Unkrautgourmet und dem Wildkrautgarten

 

 

 

Pflanze des Monats (06/18): Der Mohn

Wenn er in leuchtenden Klecksen erblüht, ist der Sommer da. Die Rede ist vom Mohn. Hierzulande kennt man die prächtige Gattung vor allem als wilden Klatschmohn. Die Art ist typisches Beikraut der Felder und Fluren, inzwischen aber recht selten geworden.

Grund genug, ihn für Farbenspiele im eigenen Gartens einzusetzen. Denn Klatschmohn gibt es nicht nur im typischen Rot, auch weiße und sogar violette Blüten sind möglich. Dank eingeführter Arten und Züchtungen bieten sich Gärtner zudem viele weitere Möglichkeiten in der Mohn-Farb- und Formenpalette: Ein wahrer Augenschmaus ist etwa der Türkische Mohn, eine mehrjährige Art, die bis zu einem Meter hoch wird und mit ihren großen, rosa bis blau-rot gefärbten Blüten besticht. Der Kalifornische Goldmohn wiederum erblüht gelb bis pfirsichfarbenen, während sich der Päonienmohn mit gerüschten, pfingstrosenartigen Blüten schmückt. Auch vom Islandmohn existieren sehr attraktive Sorten, ebenso vom Schlafmohn, für dessen Anbau jedoch eine behördliche Genehmigung nötig ist.

Apropos Anbau: Dieser erfolgt bei den meisten Mohnarten und -sorten typischerweise per Aussaat, am besten schon im März an sonnigen und trockenen Standorten. Die Blüten erscheinen dann je nach Art und Sorte ab Ende Mai bis in den Juli. Wer in diesem Jahr zu spät dran ist, kann Exemplare des mehrjährigen Spanischen Mohns anpflanzen, der sogar bis in den September blüht.

Obwohl Mohn auch als „Lückenbüßer“ viel her macht, kommt er besonders schön auf größeren Flächen zur Geltung, vor allem in Kombination mit Lupinen, Margeriten oder Kornblumen. Überhaupt empfiehlt sich die Vergesellschaftung verschiedener Arten und Sorten, um die Blütezeit im Beet auszudehnen. Außerdem kann man auf diese Weise Lücken kaschieren, die entstehen, wenn die Blätter einzelner Mohnpflanzen nach der Blüte recht zügig absterben.

In diesem Sinne: Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Und sollten Sie bei Ihren Gestaltungsideen Hilfe brauchen – sprechen Sie uns gern an!

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