Wenn die meisten Pflanzen ihre Blütezeit schon hinter sich haben, legt sie erst los: Die Besenheide. Als Charakterart der hiesigen Heidelandschaften, ganz markant etwa im Westen Lüneburgs, ist sie bekannt und beliebt – und zwar auch bei vielen Gärtnerinnen und Gärtnern.

Doch es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Heidekrautgewächse, die sich vortrefflich als Zierpflanzen eignen. Die gleichnamige Familie umfasst neben der Besenheide, einzige Vertreterin der Gattung Calluna, auch die ebenfalls populäre Gattung Erica mit etwa 860 Spezies. Darunter befinden sich Sommer- wie Winterheiden, was es ermöglicht, quasi das gesamte Jahr lang Heideblüten im eigenen Garten zu haben – und zwar von Weiß über Rosa und Rot bis Purpur und Lila.

Einige Arten und Sorten seien hier hervorgehoben. Zum Beispiel die Knospenheide, eine Zuchtform der Besenheide: Ihre Blüten verharren, nomen est omen, im Knospenstadium, wobei die Kelchblätter bis in den Winter eine Schutzhülle bilden – weswegen es so aussieht, als würde sie auch dann noch blühen. Die Schneeheide zeichnet ebenfalls so manchen Farbtupfer in die Wintertristesse: Die beliebte Zierpflanze erblüht von Januar bis April und ist damit nicht nur eine willkommene Augen-, sondern auch wichtige frühe Bienenweide. Eine weitere zeitig blühende Art ist die Baumheide. Doch Obacht: Die bis zu sechs Meter (!) hoch wachsende Art stammt aus dem Mittelmeerraum und ist damit frostempfindlich. Die Grauheide wiederum ist eine Pflanze des Frühsommers und -herbstes und in dieser Zeit übersät von Blüten in zahlreichen Rosa-Tönen.

Aber ganz gleich, für welche Heidekräuter man sich entscheidet: Trotz der Unterschiede mögen sie fast alle saure und sandige, nicht zu nährstoffreiche Böden. Zudem sollten die Pflanzen nie austrocknen, weswegen in Trockenperioden (und zwar auch im Winter) ausreichende Feuchtigkeit wichtig ist – sei es durch Bewässerung oder eine schützende Mulchschicht.

Am schönsten wirken Heidekräuter gemeinsam. Am besten pflanzt man sie deshalb im Frühjahr oder im Herbst in Gruppen und möglichst flächig. Wer viel Platz hat, kann angesichts der Sortenvielfalt abwechslungsreiche Heidelandschaften kreieren, bei Bedarf mit attraktiven Einzelelementen wie Hügeln, Steinen oder Wurzeln. Auch Kombinationen mit Zwergkiefern, Wacholder und Gräsern sind reizvoll, zudem harmonieren Heidekräuter aufgrund ähnlicher Ansprüche mit Rhododendren, Heidelbeeren und Azaleen.

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